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von Richard Graf
1992 wurde das mp3-Format erfunden, was zu einer Revolution ungeahnten
Ausmaßes führte. MP3 ist die Abkürzung für Moving Picture Expert Group
(MPEG) 1.0 Layer 3 und wurde am deutschen Fraunhofer-Institut
entwickelt. Diese Technik ermöglicht es, digitalisierte Musik in
„komprimierter“ Form mit relativ geringen Klang-Einbußen zu speichern.
Die Idee:
Bei der mp3-Datenreduktion werden all jene Klänge bzw. Toninformationen
weggelassen, die nicht bewusst wahrgenommen werden können.
Neueste Erkenntnisse der Psychoakustik haben dies ermöglicht. Der
wichtigste dabei genutzte Effekt heißt „Maskierung“. Das bedeutet, dass
z.B. leise Toninformationen, die in ähnliche Frequenzbereichen liegen,
von lauteren Tonereignissen überlagert werden. Oder: Leise Töne werden
vor oder nach einem lauten Klang verdeckt. Diese maskierten
Klangereignisse werden technisch gesehen nicht vollständig weggelassen,
aber mit einer reduzierten Bit-Rate (Auflösung) gespeichert, was einer
Datenreduktion gleichkommt, d.h. alle im Augenblick wichtigen
Klangelemente werden präzis wiedergegeben, während die „unwichtigen“
nur angedeutet bzw. reduziert werden. Es wird nur ca. 1/10 des
ursprünglichen Speicherplatzes benötigt, was bei einer Minute Musik
(Stereo) etwa 1 MB Speicher im Verhältnis zu unkomprimierten 10 MB
bedeutet.
Rechtliche/wirtschaftliche Probleme:
Diese Datenreduktion führte schließlich zu einer enormen Verbreitung
des Formates mp3 über das Internet. Als nämlich Ende der 1990er Jahre
das Internet den ersten Höhepunkt erreichte, kam es zu einem „Hype“,
der die Plattenindustrie wachrüttelte bzw. erschütterte. Der Austausch
von mp3-Musik war durch die relativ geringe Datengröße über das
Internet erstmals mit geringem Aufwand weltweit möglich und führte zu
regem, großteils illegalem Tauschhandel, der zu großen Einbrüchen bei
den Verkäufen von CDs führte. Denn erstmals war es möglich, einen Song
von 4 Minuten (= ca. 4 MB) auch per mail zu versenden bzw. in
Tauschbörsen zu verbreiten. Das dies rechtlich problematisch bzw.
illegal ist und für die CD-Industrie teilweise katastrophale Folgen
hatte, ist leicht nachvollziehbar. Erst ab ca. 2002 erkannten auch
große Plattenfirmen das Potenzial für den eigenen Vertrieb zu nutzen
und gründeten mp3-Online-Stores, die gegen Entgelt Musik zum legalen
Download anbieten (iTunes Music Store, Napster,...)
Erstellen eigener mp3-Files und Urheberrecht:
Eine legale Anwendung von mp3 stellt das Konvertieren selbst gekaufter
CDs dar. Diese dürfen in mp3-Daten umgewandelt werden und auch am
eigenen mp3-Player abgespielt werden. Die Weitergabe ist NICHT
rechtmäßig und entspricht einer Verletzung des Urheberrechts.
Konvertieren:
Am einfachsten funktioniert das Umwandeln (= Enkodieren) einer CD in
mp3 mit Programmen wie iTunes. Diese Software kann gratis von der
Website www.apple.com geladen und auf dem eigenen Computer installiert
werden. Nach dem Einlegen der CD wird sogar die Titelliste mit Namen
angezeigt und mit einem Knopfdruck kann die CD konvertiert werden und
wird dann auf der Festplatte gespeichert.
© Richard Graf — März 2008 — www.richardgraf.com
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