"In den vergangenen Jahren hat sich die Hirnforschung zu einer der bedeutendsten und faszinierendsten Wissenschaftsdisziplinen entwickelt. Neue Technologien erlauben ungeahnte Einblicke in die Funktionsweise unseres Zentralnervensystems und damit neue Fragen über das Wesen des menschlichen Geistes. Dabei kommt der Musik als Forschungsgegenstand der Neurowissenschaften eine wachsende Bedeutung zu. In allen menschlichen Kulturen vorhanden, emotional und körperlich unmittelbar wirksam, jenseits von Sprachbarrieren verständlich, die sensorischen und motorischen Fähigkeiten des Menschen bis zum Äußersten fordernd - ausgestattet mit diesen einzigartigen Merkmalen ist Musik ideal geeignet, um die komplexen Zusammenhänge unseres Gehirns besser verstehen zu lernen.
Der Schwerpunkt "Musik und Gehirn" bei Wien Modern 2008 geht den zentralen Fragen nach, die Hirnforschung und Musik verbinden. Wie nehmen wir Musik wahr, wie verstehen wir sie? Wie funktioniert unser Gedächtnis? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen in der Verarbeitung von Sprache und Musik? Wie erzeugt Musik Emotionen, wie wirkt sie auf Körper und Psyche? Was passiert beim Spielen von Musik? - Diese Fragen stehen im Zentrum der fünf eigens für Wien Modern entwickelten Projekte. Vorträge international renommierter Hirnforscher, Konzerte, Performances, Filmvorführungen und Gespräche sollen einen Raum des Dialogs zwischen Wissenschaftlern, Musikschaffenden und Publikum öffnen, Einblicke in den momentanen Stand der Hirnforschung geben und neue Perspektiven auf das Phänomen Musik ermöglichen.
Das Projekt "Musik und Gehirn" setzt dort an, wo das Hören, das Spielen und das Imaginieren von Musik tatsächlich stattfinden: im menschlichen Gehirn."
(S. 6-7, Info-Broschüre "Wien Modern 2008"
